Vor zwei Wochen hat ja der WRC Staubsauger die konstante Misshandlung mit Schlamm doch mal mit komischen Geräuschen quittiert 
Garantie ist nix mehr, also mal auseinanderbauen und schauen ob da was zu retten ist:
Übeltäter war schnell gefunden, radiallüfterseitiges Motorlager völlig im Eimer und ordentlich heißgelaufen:

Es ist herstellerseitig offensichtlich nicht vorgesehen Motorlager zu erneuern, die wollen dass man die Tubineneinheit als Ganzes kauft...
Das Hauptproblem ist dieses aufgepresste Blechlüfterrad der Bypasskühlung, was fast unmöglich zerstörungsfrei zu demontieren ist, das muss aber runter, sonst bekommt man den Rotor nicht raus. Ich habs im Endeffekt einfach aufgeschnitten...
Kohlen wie man sieht noch weeeeit von Lebensende entfernt.

Hinteres Lager lief auch schon wie Kaffeemühle...
Die Lager an sich tauschen war einfach, Platz genug für nen normalen Abzieher, beide Wellenenden mit Zentriebohrung, easy. Praktischerweise hatte ich noch genau zwei neue Lager der richtigen Größe von einer Wäschtrocknerreparatur, wo ich am Ende eine Spannrolle doch einfach in Ruhe gelassen hatte, übrig 

Zuerst hab ich nen gedrucktes Lüfterrad probiert, das funktionierte nen paar Minuten, ist aber sobald der Sauger nur auf Bypass lief, nach 10s abgeflogen, weil der Rotor dann ziemlich heiß wurde (hätte ich mir denken können, das das hier nicht klappt, auch wenn ich mit nenm gedruckten Lüfterrad bei einem Kompressormotor schon mal Erfolg hatte). Also doch Stück Blech aus der Restekiste gesucht, kurz an der Drehmaschine rund gemacht und angefangen nen neues Blechlüfterrad zu schnitzen...

Flügel sind einfach Pi mal Auge mit Stahllineal angerissen, hab keine präsise Winkelschablone...
Paar 2mm Bohrungen und an der Bandsäge so gut es geht mittig auf den Anrisslienen angesägt:

Geschränkt hab ich die Flügel einfach von Hand mit einer kleinen Rohrzange. Eingespannt in die Drehmaschine ist es relativ leicht, dass einigermaßen gleichmäßig hin zu bekommen. (einfach immer ein Segment weiter drehen und den Handgriff wiederholen). Die geringere Flügelzahl hab ich aus dem Bauch raus versucht mit etwas mehr Anstellwinkel zu kompensieren, ob das strömungstechnisch wirklich sinnvoll ist, keine Ahnung
Allzu kritisch wirds nicht sein, solangs einigermaßen Luftmenge bewegt, das originale Rad kann so furchtbar effizient nicht sein, die Flügel sind auch nur platt ohne jedes Profil 

Zur Befestigung an der Welle hab ich ne kleien Alunabe gedreht, die auf die vorhandene Verzahnung des alten Lüfterrads aufgepresst und noch radial eine Madenschraube gesetzt. Die bekommt man auf jeden Fall problemlos wieder runter falls man nochmal die Lager muss. (allerdings wird die Zeit zeigen müssen ob das wirklich hält, oder nicht auf Dauer Spiel bekommt und sich losrappelt...)

Lüfterrad wird über das mittige Loch durch einen entsprechenden Nubsi auf der Nabe zentriert und mit zwei M2 Schrauben befestigt:
(jaja, hatte keine zwei gleichen Schrauben zur Hand, die 0,xx Gramm Unwucht 4mm vom Drehzentrum entfernt muss der Kram jetzt einfach mal aushalten
)

Zumindest rein akustisch klingt der Sauger jetzt wieder okay, ob die neue Nabe von dem Lüfterrad auf Dauer so hält macht mir noch etwas Sorgen, aber das probieren wir jetzt einfach aus, weil eine bessere Idee habe ich nicht (zumindest keine die Zeitwertgerecht wäre) 
Viele Grüße
Stephan